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„Wir zeigen Flagge“

Im November findet alljährlich die Aktionswoche „Sag nein zu Gewalt gegen Frauen“ statt.

Die neuesten Zahlen zur häuslichen Gewalt zeigen: Im Jahr 2019 kamen bundesweit 149 Menschen durch Gewalt ihres Partners ums Leben - 117 davon waren Frauen – und: Jede vierte Frau wird in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Gewalt meint sowohl körperliche Angriffe, Misshandlungen und sexuelle Gewalt als auch seelische Verletzungen, Gewalt am Arbeitsplatz, Ausgrenzung, Mobbing und Stalking.

Um aufmerksam zu machen, um zu sensibilisieren, um Betroffenen und deren Familien Hilfe anzubieten, hat in Schleswig-Holstein die Bäckerinnung vor rund 15 Jahren mit der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und den lokalen Bündnissen gegen häusliche Gewalt die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ ins Leben gerufen. Alljährlich werden in Kooperation mit Vereinen, Verbänden und Gleichstellungsbeauftragten Brötchentüten mit diesem Slogan vorbereitet, in denen neben Brötchen auch Informationen mit Adressen und Telefonnummern von Anlaufstellen eingetütet werden. Diese Tüten werden auf Wochenmärkten, in Fußgängerzonen, vor Schulen und Rathäusern, an Bahnhöfen und anderen gut frequentierten Plätzen verteilt.

Zu Coronazeiten müssen die Gleichstellungsbeauftragten in diesem Jahr auf das Verteilen und auf die Infostände verzichten.
Gerade aber zu Coroanazeiten ist zu befürchten, dass es bei Familien im Rahmen der Einschränkungen der sozialen Kontakte und des damit einhergehenden Isoliertseins vermehrt zu Anspannungen und Belastungen kommt, die sich ggf. in Gewalt äußern.

Umso dringlicher ist es, „das Schweigen zu brechen“ und „Flagge zu zeigen“ und das tun die Gleichstellungsbeauftragten vom 23. bis 27. November im ganzen Land! So wehen auch im Amtsgebiet Eiderstedt in Garding, Tönning und St.Peter-Ording die Flaggen und wollen aufmerksam machen und sensiblisieren für ein Thema, das viel zu oft unter dem Deckmantel des Schweigens verborgen bleibt. Das Bewusstsein „Sag nein zu Gewalt an Frauen“, „Frei leben“, „Keine ist alleine“ und „Es gibt Hilfeangebote“ sollen diese Flaggen verdeutlichen.

Darum: Wenn Sie selbst Opfer von Gewalt geworden sind oder eine Verwandte oder Freundin haben, eine Familie kennen, die nicht weiter weiß, der Sie helfen möchten, wenn Sie nicht wissen, was Sie überhaupt tun können, dann wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an folgende Hilfestellen oder geben diese Nummern weiter: Frauenberatung und Notruf Nordfriesland in Husum 04841-62234 oder kostenfreies Bundeshilfetelefon: 08000 116016.

Gerne berät und unterstützt Sie auf Eiderstedt auch im Rahmen ihrer Beratungs- und Lotsenfunktion die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Eiderstedt und der Stadt Tönning, Frau Gudrun Arndt 04862 1000 501 (gudrun.arndt[at]amt-eiderstedt.de). Persönliche Sprechzeiten sind nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Adressen und weitere Infomaterialien zum Thema liegen im Foyer des Amtsgebäudes, Welter Straße 1 in Garding aus oder werden gerne per Post verschickt.